Daten & Backup
Backup einrichten für Einsteiger – die Anleitung, die man wirklich umsetzt
Aktualisiert am 12. Juli 2026
Es gibt zwei Sorten Menschen: die, die Backups machen – und die, die noch keine Daten verloren haben. Der Spruch ist alt, aber in unserer Praxis bestätigt er sich jede Woche: Festplatten sterben ohne Vorwarnung, Handys fallen in Waschbecken, Ransomware verschlüsselt ganze Ordner. Die gute Nachricht: Ein solides Backup ist heute keine Fleißaufgabe mehr, sondern eine einmalige Einrichtung von etwa einer Stunde. Danach läuft alles automatisch – das ist der entscheidende Punkt, denn ein Backup, an das man denken muss, wird vergessen.
Das Prinzip: 3-2-1 (klingt technisch, ist simpel)
Drei Kopien deiner wichtigen Daten, auf zwei verschiedenen Arten von Speicher, davon eine außer Haus. Beispiel: die Fotos auf dem Handy (1), automatisch gesichert in der Cloud (2 – und gleichzeitig „außer Haus"), plus eine Kopie auf der externen Festplatte zu Hause (3). Warum „außer Haus" zählt: Bei Einbruch, Feuer oder einem Verschlüsselungs-Trojaner hilft die Festplatte im selben Schrank nicht weiter.
Schritt 1: Handy-Fotos absichern (15 Minuten – zuerst, weil am wichtigsten)
- Die unwiederbringlichsten Daten der meisten Menschen sind Fotos – und die entstehen am Handy.
- Android/iPhone: Google Fotos installieren, anmelden, Sicherung aktivieren. Alternativ am iPhone: iCloud-Fotos einschalten (Einstellungen → dein Name → iCloud → Fotos).
- Einmal am WLAN und Ladekabel liegen lassen, bis der erste Upload durch ist.
- Ab jetzt ist jedes neue Foto Minuten nach der Aufnahme gesichert – Handy kaputt, Fotos trotzdem da.
Schritt 2: Den PC automatisch sichern (30 Minuten)
- Externe Festplatte kaufen – als Faustregel doppelt so groß wie die interne (1–2 TB reichen fast immer).
- Windows: Die eingebaute Sicherung nutzen. Unter Einstellungen → Konten → Windows-Sicherung die Ordner-Sicherung über OneDrive aktivieren – oder klassisch: Systemsteuerung → Dateiversionsverlauf mit der externen Platte als Ziel, sichert stündlich automatisch alle persönlichen Ordner.
- Mac: Time Machine öffnen, externe Platte auswählen, fertig – besser gelöst als bei Windows.
- Wichtig: Die externe Platte angesteckt lassen (Dauer-Backup) ODER einen festen Wochentag zum Anstecken einplanen – z. B. jeden Sonntag beim Tatort.
Schritt 3: Die Außer-Haus-Kopie (15 Minuten)
Für Dokumente ist der einfachste Weg eine Cloud-Sicherung, die ohnehin schon halb eingerichtet ist: OneDrive (in Windows eingebaut, 5 GB kostenlos), Google Drive oder iCloud. Lege deine wichtigen Ordner (Dokumente, Steuern, Verträge, Scans) direkt in den synchronisierten Ordner – dann ist jede Änderung automatisch gesichert. Für die komplette Foto-Sammlung mehrerer Jahre lohnt das kleine Bezahl-Abo (2–3 €/Monat für 100–200 GB); das ist der Preis von einem Kaffee für die Gewissheit, dass nichts mehr verloren geht.
Der Schritt, den alle vergessen: Einmal testen
Ein Backup, aus dem man nichts wiederherstellen kann, ist Dekoration. Mach einmal die Probe: Lösche eine unwichtige Testdatei und hole sie aus der Sicherung zurück (Dateiversionsverlauf: Rechtsklick → Vorgängerversionen; Google Fotos: App öffnen, Foto suchen). Fünf Minuten, und du weißt, dass es im Ernstfall funktioniert. Danach: einmal im Jahr kurz prüfen, ob die Sicherungen noch laufen – z. B. immer am ersten Advent.
Wann du uns holen solltest
Du willst das Thema in einem Rutsch und richtig erledigt haben – inklusive externer Platte, Cloud, Handy und dem Test? Genau das machen wir als festen Termin: Nach anderthalb Stunden läuft bei dir das komplette 3-2-1-System vollautomatisch. In einem Fall aus unserer Praxis haben wir das für eine Seniorin eingerichtet, die nie zuvor eine Sicherung hatte – seitdem läuft alles täglich von selbst, ohne dass sie irgendetwas tun muss.
Häufige Fragen
Reicht nicht einfach ein USB-Stick?
Als einziges Backup: nein. USB-Sticks gehen verloren, werden mitgewaschen und fallen häufiger aus als Festplatten. Als dritte Kopie für die allerwichtigsten Dokumente: gern.
Ist die Cloud nicht unsicher?
Die großen Anbieter sichern ihre Rechenzentren besser, als es privat je möglich wäre – das realistische Risiko ist nicht der Cloud-Einbruch, sondern das schwache Konto-Passwort. Deshalb: starkes Passwort plus Zwei-Faktor-Anmeldung, dann ist die Cloud der sicherste Teil deines Backups.
Schützt ein Backup auch vor Verschlüsselungs-Trojanern?
Ja, wenn es richtig aufgebaut ist: Die Cloud-Versionshistorie und eine nicht dauerhaft verbundene externe Platte überleben einen Angriff. Genau deshalb gehört zum 3-2-1-Prinzip die Kopie, die nicht permanent am Rechner hängt.