Handy & Tablet

Handy ins Wasser gefallen – die ersten 10 Minuten entscheiden

Aktualisiert am 12. Juli 2026

Erst durchatmen: Moderne Handys überleben ein kurzes Bad öfter, als ihr Ruf vermuten lässt – viele Modelle der letzten Jahre sind sogar offiziell wasserdicht. Ob dein Gerät durchkommt, entscheidet sich aber in den ersten Minuten. Und zwar weniger durch das, was du tust, als durch das, was du bleiben lässt.

Sofort tun

  1. Raus aus dem Wasser und sofort ausschalten – nicht erst prüfen, „ob es noch geht". Strom + Wasser im Gerät ist die eigentliche Zerstörung (Kurzschluss und Korrosion).
  2. Hülle, SIM-Karte und Speicherkarte entfernen; SIM-Fach offen lassen.
  3. Das Gerät abtupfen und mit den Anschlüssen nach unten leicht ausschütteln.
  4. An einen warmen (nicht heißen!), trockenen, gut belüfteten Ort legen – und jetzt kommt der schwerste Teil: 24–48 Stunden warten, ohne es einzuschalten.

Auf keinen Fall tun

  • Nicht in Reis legen: Der Mythos hält sich hartnäckig, aber Reis trocknet das Innere praktisch nicht – dafür verstopfen Stärkestaub und Körner Anschlüsse und Lautsprecher.
  • Nicht föhnen und nicht auf die Heizung legen: Hitze treibt Wasser tiefer ins Gerät und beschädigt Akku und Dichtungen.
  • Nicht laden! Der häufigste tödliche Fehler. Auch nicht „nur kurz zum Testen".
  • Nicht wild drücken und schütteln – das verteilt das Wasser nur weiter.
  • Salzwasser-Sonderfall: Nach einem Bad im Meer das ausgeschaltete Gerät kurz mit destilliertem Wasser abspülen. Klingt verrückt, aber Salz ist deutlich aggressiver als klares Wasser.

Nach der Wartezeit: Der vorsichtige Test

Nach frühestens 24, besser 48 Stunden: Gerät einschalten und alles durchprüfen – Display (Flecken? Flackern?), Lautsprecher (dumpf?), Mikrofon, Kameras (beschlagen?), Ladeanschluss. Wenn alles funktioniert: Glück gehabt, aber mach trotzdem sofort ein Backup – Wasserschäden zeigen sich manchmal erst Wochen später durch schleichende Korrosion.

Wenn es nicht mehr angeht: Daten retten

Auch wenn das Handy tot bleibt, sind die Daten oft noch zu retten. Erster Blick: Gab es ein automatisches Backup? Bei Android unter Google One / Google Fotos, beim iPhone über iCloud – nachsehen kannst du von jedem Browser aus (google.com/android/find bzw. icloud.com). Falls kein Backup existiert, kann eine professionelle Datenrettung den Speicherchip oft direkt auslesen – das lohnt sich vor allem für unwiederbringliche Fotos.

Wann du uns holen solltest

Das Handy bleibt tot, macht Mucken – oder es geht um Fotos, die nirgendwo gesichert sind? Dann nicht weiter herumprobieren (jeder Einschaltversuch kann Korrosionsschäden verschlimmern), sondern melden. Wir kümmern uns um Datenrettung und sagen dir ehrlich, ob sich eine Reparatur lohnt. In einem Fall aus unserer Praxis konnten wir sämtliche Kontakte, Fotos und WhatsApp-Verläufe von einem Wasserschaden-Gerät sichern – das Handy selbst war hinüber, die Erinnerungen nicht.

Häufige Fragen

Mein Handy ist doch wasserdicht – muss ich trotzdem etwas tun?

Die Schutzklasse (z. B. IP68) gilt für klares Süßwasser, begrenzte Tiefe und Zeit – und für neuwertige Dichtungen. Alter, Stürze und Hitze schwächen den Schutz. Nach Salz- oder Seifenwasser gilt die Anleitung oben auch für „wasserdichte" Geräte.

Wie lange muss das Handy wirklich trocknen?

Mindestens 24 Stunden, bei richtigem Tauchgang besser 48. Die Geduld ist der günstigste Schutz: Fast alle Totalschäden entstehen durch zu frühes Einschalten oder Laden.

WhatsApp-Chats weg – sind die noch zu retten?

Wenn ein Google-Drive- oder iCloud-Backup aktiv war: ja, beim Einrichten des neuen Geräts einfach wiederherstellen. Ohne Backup braucht es Zugriff auf den Gerätespeicher – genau dabei helfen wir.