Sofort: Isolieren, nicht ausschalten-und-hoffen
- 1Trenne den betroffenen Rechner sofort vom Netzwerk: WLAN aus, Netzwerkkabel ziehen. Ransomware versucht, sich auf andere Geräte und Netzlaufwerke auszubreiten.
- 2Trenne auch externe Festplatten und USB-Sticks – aber lösche nichts.
- 3Wenn weitere Geräte im selben Netzwerk hängen (Familien-PCs, Firmen-Rechner, NAS): auch diese prüfen und im Zweifel trennen.
- 4Mach ein Foto vom Erpressungstext (fürs Protokoll und die Anzeige).
Warum du nicht zahlen solltest
Es gibt keine Garantie, dass du nach der Zahlung einen funktionierenden Schlüssel bekommst – bei vielen Ransomware-Familien kommt schlicht nichts. Und wer einmal gezahlt hat, steht auf der Liste der lohnenden Ziele. Dazu kommt: Manche Verschlüsselungen sind bereits geknackt, und es gibt kostenlose Entschlüsselungs-Tools. Zahlen wäre in dem Fall doppelt ärgerlich.
Prüfen: Gibt es einen kostenlosen Entschlüsseler?
Das Projekt „No More Ransom" (nomoreransom.org) wird von Europol und IT-Sicherheitsfirmen betrieben und sammelt kostenlose Entschlüsselungs-Tools für geknackte Ransomware-Familien. Über die Funktion „Crypto Sheriff" kannst du eine verschlüsselte Beispieldatei und den Erpressungstext hochladen – die Seite erkennt dann oft, welche Ransomware es ist und ob es ein Gegenmittel gibt.
Die realistischen Rettungswege
- Backup einspielen: Der beste Weg. Externe Festplatte, Cloud-Sicherung, alte Handy-Fotos – alles zählt. Wichtig: Erst das System komplett bereinigen oder neu aufsetzen, dann das Backup anschließen.
- Schattenkopien prüfen: Windows legt manchmal automatische Vorversionen an, die manche Ransomware nicht erwischt.
- Cloud-Papierkörbe durchsuchen: OneDrive, Google Drive & Co. haben oft eine Versionshistorie, über die sich Dateien auf den Stand vor der Verschlüsselung zurückdrehen lassen.
- Nichts überschreiben: Solange die verschlüsselten Daten unangetastet bleiben, bleibt auch die Chance auf spätere Entschlüsselung – Tools werden laufend nachgereicht.
Danach: Das Einfallstor schließen
Ransomware kommt nicht aus dem Nichts – typische Wege sind E-Mail-Anhänge, veraltete Fernzugänge (RDP, VPN) und ungepatchte Software. Wenn nur bereinigt, aber das Loch nicht gestopft wird, passiert das Gleiche in ein paar Wochen wieder. Zur Nachsorge gehören: Einfallsweg finden, System neu aufsetzen, Updates, und eine automatische Backup-Routine, die auch einen Verschlüsselungs-Angriff übersteht.
Wann du Hilfe holen solltest
Bei Ransomware gilt: Je früher Profis draufschauen, desto mehr ist zu retten. Besonders wenn ein Betrieb betroffen ist und Mitarbeiter stillstehen, zählt jede Stunde. Wir isolieren die Systeme, identifizieren die Ransomware, prüfen alle Rettungswege und bekommen den Betrieb wieder ans Laufen – in einem realen Fall aus unserer Praxis nach 48 Stunden, ohne einen Cent Lösegeld.
Das hier war die IT-Seite von DRIVOOO.
Die andere Hälfte sind Websites für Betriebe aus der Gegend — Texte, Fotos, Google.
Wenn Sie gerade nur einen Drucker zum Laufen bringen wollen, ist das hier nichts für Sie. Wenn Ihre Website älter ist als Ihr Drucker, vielleicht schon.
Häufige Fragen
Vom Netzwerk trennen: ja, sofort. Komplett ausschalten: besser nicht ohne Rücksprache – bei manchen Varianten liegen Schlüssel-Reste im Arbeitsspeicher, die beim Ausschalten verloren gehen.
Ja, Anzeige ist sinnvoll und kostenlos (Onlinewache). Für Unternehmen kann zusätzlich eine Meldepflicht nach DSGVO bestehen, wenn personenbezogene Daten betroffen sind – innerhalb von 72 Stunden.
Ehrliche Antwort: nicht immer. Mit Backup: fast sicher. Ohne Backup hängt es davon ab, ob die Ransomware-Familie geknackt ist. Genau deshalb ist die wichtigste Lehre aus jedem Ransomware-Fall eine automatische Datensicherung.