Sicherheit & Betrug
Paket-SMS von DHL & Co. – echt oder Betrug?
Aktualisiert am 30. Juli 2026
Kaum jemand bekommt sie nicht: eine SMS oder WhatsApp-Nachricht, angeblich von DHL, Hermes, DPD oder dem Zoll. Ein Paket könne nicht zugestellt werden, eine kleine Gebühr sei offen, bitte hier klicken. Der Link führt auf eine Seite, die aussieht wie die echte – und will Kreditkartendaten oder das Installieren einer App. Beides ist der eigentliche Angriff. Die gute Nachricht: Die Masche hat klare Erkennungsmerkmale, wenn man einmal weiß, worauf man schaut.
Woran du eine gefälschte Paket-SMS erkennst
- Du erwartest gar kein Paket – oder jedenfalls keines von diesem Dienst.
- Es wird Geld verlangt: Zustellgebühr, Zollgebühr, Nachporto. Echte Paketdienste kassieren so etwas nicht per SMS-Link.
- Der Link führt nicht auf die echte Adresse. Halte ihn gedrückt (nicht antippen!), dann siehst du das Ziel. Steht dort etwas anderes als dhl.de, hermes.de oder dpd.de, ist es Betrug – auch wenn irgendwo „dhl" im Namen vorkommt, etwa dhl-paket-service24.xyz.
- Die Nachricht kommt von einer normalen Handynummer statt von einer Kurzwahl oder einem Absendernamen.
- Rechtschreibfehler, seltsame Umlaute oder eine unpersönliche Anrede ohne deinen Namen.
- Du sollst eine App außerhalb des Play Stores oder App Stores installieren – das ist immer ein Alarmsignal.
Was du tun solltest, wenn so eine SMS kommt
- Nicht auf den Link tippen und nicht antworten – auch nicht mit „STOPP".
- Sendungsstatus selbst prüfen: Öffne die App des Paketdienstes oder tippe die Adresse von Hand in den Browser. Deine echte Sendungsnummer hast du in der Bestellbestätigung des Shops.
- Nachricht löschen. Bei Android kannst du den Absender zusätzlich als Spam melden, bei iPhone über „Absender melden".
- Wenn du sie öfter bekommst: Bei deinem Mobilfunkanbieter nach einer Drittanbietersperre fragen – die verhindert zumindest Abo-Fallen.
Du hast geklickt – wie schlimm ist das?
Ein einzelner Klick auf den Link ist meist noch nicht das Problem. Kritisch wird es in drei Fällen: wenn du auf der Seite Kreditkarten- oder Bankdaten eingegeben hast, wenn du eine App installiert hast, oder wenn du Zugangsdaten eingetippt hast. Passiert ist eines davon, handle sofort – die Schritte dazu stehen unten. Hast du nur die Seite geöffnet und sonst nichts, schließ den Browser-Tab, lösche den Verlauf und beobachte dein Konto ein paar Tage lang.
Sofortmaßnahmen nach Dateneingabe
- Kreditkarte eingegeben: sofort die Sperrnotrufnummer 116 116 anrufen und die Karte sperren lassen. Danach die Bank informieren.
- Bankdaten eingegeben: Bank anrufen, Konto beobachten lassen, gegebenenfalls Online-Banking-Zugang sperren.
- Passwort eingegeben: dieses Passwort überall ändern, wo du es verwendet hast – zuerst beim E-Mail-Konto.
- App installiert: Handy in den Flugmodus, App unter Einstellungen → Apps deinstallieren. Auf Android zusätzlich prüfen, ob die App Administratorrechte hat. Im Zweifel hilft nur das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen.
- In allen Fällen: die letzten Kontobewegungen durchgehen und Anzeige erstatten, wenn Geld abgeflossen ist.
Wann du uns holen solltest
Du bist dir nicht sicher, ob du auf etwas hereingefallen bist – oder dein Handy verhält sich seit dem Klick merkwürdig? Wir schauen uns das Gerät an, entfernen untergeschobene Apps und prüfen, ob Konten betroffen sind. Bei akutem Verdacht auf Kontozugriff melde dich sofort, wir sind im Notfall rund um die Uhr erreichbar.
Häufige Fragen
Kann ich mich durch das reine Öffnen der SMS infizieren?
Nein. Eine SMS zu lesen ist ungefährlich. Der Schaden entsteht erst durch den Klick auf den Link und das, was du danach eingibst oder installierst.
Warum bekomme ich diese SMS überhaupt?
Meist wurde deine Nummer bei einem Datenleck erbeutet oder gehört zu einem durchprobierten Nummernblock. Manchmal verschickt auch ein infiziertes Handy in deinem Umfeld die Nachrichten automatisch weiter.
Verlangen echte Paketdienste jemals Geld per SMS?
Für Zoll- oder Einfuhrgebühren kann es echte Zahlungsaufforderungen geben – aber nie über einen SMS-Link. Prüfe so etwas ausschließlich in der offiziellen App oder auf der von Hand eingegebenen Website.