So läuft die Masche ab
Die Täter verschicken tausende Nachrichten an zufällige Nummern. Wer antwortet, ist im Gespräch. Sie geben sich als Kind, Enkel oder nahe Verwandte aus, bauen mit ein paar freundlichen Sätzen Vertrauen auf und schieben dann die Geldbitte nach: eine offene Rechnung, ein Handwerker, eine Kaution. Beträge zwischen 800 und 3.000 Euro sind typisch. Auffällig ist, dass immer Zeitdruck gemacht wird und dass ein Telefonat mit fadenscheinigen Gründen abgelehnt wird – das Mikrofon sei kaputt, man sitze im Meeting, man könne gerade nicht sprechen.
Die Warnzeichen auf einen Blick
- Eine unbekannte Nummer behauptet, ein Familienmitglied mit neuem Handy zu sein.
- Der Absender spricht dich nur mit „Mama", „Papa" oder „Oma" an – nie mit deinem Namen.
- Es geht schnell um Geld, meist um eine Überweisung, die angeblich nicht warten kann.
- Ein Anruf wird abgelehnt oder immer wieder verschoben.
- Die Kontodaten passen nicht zum angeblichen Absender – oft ein fremder Name oder eine ausländische IBAN.
- Nachfragen zu persönlichen Details werden ausweichend beantwortet.
Der eine Test, der die Sache immer klärt
Ruf die Person unter der ALTEN, dir bekannten Nummer an. Nicht zurückschreiben, nicht die neue Nummer anrufen – die alte. Ist das Handy wirklich kaputt, wirst du niemanden erreichen, und dann fragst du eben jemand anderen aus der Familie. In fast allen Fällen meldet sich aber ganz normal dein Kind und weiß von nichts. Dieser eine Anruf kostet zwei Minuten und verhindert den kompletten Schaden. Eine Alternative: Frag etwas, das nur die echte Person wissen kann – nichts, was in sozialen Netzwerken steht, sondern etwas Alltägliches wie den Namen des Haustiers von früher.
Du hast schon überwiesen – was jetzt?
- 1Sofort deine Bank anrufen, auch abends oder am Wochenende über die Notfallnummer. Ist die Überweisung noch nicht ausgeführt, kann sie manchmal gestoppt werden. Jede Stunde zählt.
- 2Anzeige bei der Polizei erstatten – online oder auf der Wache. Nimm Kontonummer, Chatverlauf und Überweisungsbeleg mit.
- 3Screenshots vom kompletten Chat machen, bevor du etwas löschst. Auch die Telefonnummer notieren.
- 4Den Kontakt bei WhatsApp blockieren und melden (Chat öffnen → auf den Namen tippen → „Melden" und „Blockieren").
- 5In der Familie Bescheid sagen. Oft werden mehrere Angehörige parallel angeschrieben.
Wie du es künftig gar nicht erst so weit kommen lässt
Sprich in der Familie einmal offen darüber – gerade mit älteren Angehörigen. Ein vereinbartes Codewort, das nur ihr kennt, ist simpel und wirksam: Wer Geld will und das Wort nicht nennen kann, ist es nicht. Hilfreich ist auch die Absprache, dass in eurer Familie grundsätzlich niemand per Nachricht um Geld bittet, sondern immer anruft. Wer das einmal festgelegt hat, kommt gar nicht erst ins Grübeln.
Wann du Hilfe holen solltest
Du bist unsicher, ob eine Nachricht echt ist, oder es ist schon Geld geflossen? Schick uns den Chatverlauf – wir schauen mit dir gemeinsam drauf und sagen dir ehrlich, was Sache ist. Falls dein WhatsApp-Konto selbst betroffen ist, sichern wir es ab und prüfen, ob noch weitere Konten offenstehen. Die Einschätzung kostet nichts, und wir machen niemandem Vorwürfe – auf diese Masche fallen jeden Tag Menschen herein, die alles andere als leichtgläubig sind.
Das hier war die IT-Seite von DRIVOOO.
Die andere Hälfte sind Websites für Betriebe aus der Gegend — Texte, Fotos, Google.
Wenn Sie gerade nur einen Drucker zum Laufen bringen wollen, ist das hier nichts für Sie. Wenn Ihre Website älter ist als Ihr Drucker, vielleicht schon.
Häufige Fragen
Nein. Eine reine Textantwort ist technisch harmlos. Gefährlich wird es erst, wenn du auf einen Link klickst, eine App installierst oder einen Bestätigungscode weitergibst. Antworten allein zeigt den Tätern aber, dass die Nummer aktiv ist – rechne mit weiteren Versuchen.
Ehrlich gesagt: oft leider nicht. Die Chance ist am größten in den ersten Stunden, solange die Überweisung noch nicht ausgeführt oder das Zielkonto noch nicht geleert ist. Deshalb ist der sofortige Anruf bei der Bank der wichtigste Schritt – wichtiger als die Anzeige.
Meist aus geleakten Datenbanken, gekauften Adresslisten oder schlicht durch Zufallsgenerierung. Es bedeutet nicht, dass jemand gezielt dich ausgesucht hat oder dass dein Handy kompromittiert ist.
Dann ist ein Rückruf auf der alten Nummer oder eine Nachfrage bei einem anderen Familienmitglied in zwei Minuten geklärt – und niemand nimmt dir übel, dass du vorsichtig warst. Umgekehrt ist der Schaden nicht wiedergutzumachen.